Reflexion

Ich kann nicht sagen, dass ich es überstanden habe. Es wird andauern, über Jahre, vielleicht sogar für immer. Fest steht, dass der stationäre Klinikaufenthalt zwar sehr lange gedauert hat, doch ich fühle mich gefestigt und bin mir dessen bewusst, dass es sich um die erste Etappe handelte, es werden viele weitere folgen.

Auch wenn ich mich nicht besonders mit dem Gedanken anfreunden kann, dass wohl noch einige Monate der Therapie nötig sind um wieder Fuß im Leben zu fassen, ist es trotzdem das kleinere Übel.

Die Erlebnisse der Tage, in denen ich durch die Hölle ging, brannten sich in meine Seele. Ich möchte diese Zeit nicht vergessen. Im Gegenteil. Ich kann nur hoffen, dass die Prägung tief genug sitzen, dass sie mir immer wieder vor Augen führen, was ich mir selbst angetan habe. Ich will jeden Tag daran erinnert werden, wie wertvoll dieses Leben ist. Nie wieder darf ich zu lassen, dass es soweit kommt. Ich habe keine Angst davor zu scheitern, sondern davor, dass ich es wieder nicht zulassen kann, mir helfen zu lassen. Das meine Verbissenheit größer ist, als meine Vernunft und ich kein zweites Mal davon kommen werde.

Das wichtigste ist, dass ich erkannt habe, dass es sich um eine Krankheit und nicht um meine Laune handelt, die mir das Leben schwer macht.


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