Junge Jahre
Winter 2001/2002
In dieser Saison feierte ich erstmals wichtige Erfolge, ich wurde Deutscher Meister im Skilanglauf meiner Altersklasse. Zum ersten Mal war mir dieser Titel nicht genug, ich wollte noch mehr erreichen.
Anstatt mich nach der anstrengenden Zeit zu schonen, trainierte ich auch in der Trainingspause weiter und das Frühjahr war schnell vorüber. Das ich eindeutig zu viel für den Sport und zu wenig für die Schule getan hatte, zeigte sich anhand der Noten in meinem Zeugnis der 10. Klasse. Meine Mutter tobte, allerdings zeigte das langfristig gesehen nicht die gewünschte Wirkung.
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Sommer 2002
Nach dem Streit um meine schlechten schulischen Leistungen kam die Frage wieder auf, ob ich in einem Internat nicht vielleicht besser aufgehoben wäre. Doch ich sträubte mich. Ich mochte meine Klasse, hatte viele Freunde, mit denen ich eh schon kaum Zeit verbringen konnte. Nein, das alles war mir zu wichtig, um es ganz aufzugeben.
Nach langen Diskussionen kamen meine Eltern zum Entschluss, dass ich das Gymnasium weiterhin besuchen sollte, allerdings müsste ich den Stoff des letzten Schuljahres mit einem Nachhilfelehrer wiederholen. Das Surfcamp, worauf ich mich so lange gefreut hatte, war gestrichen und ich verbrachte den Sommer über zu Hause. In den sechs Wochen gab es nur zwei Dinge für mich: lernen und trainieren. Gute Laune kam dabei so gut wie keine auf. Ich hatte schnell kein Bock mehr, fühlte mich müde und erschöpft. Also kam ich auf die schlaue Idee mir Ephedrinkapseln über das Internet zu bestellen. Funktionierte auch problemlos und ich powerte durch.
Solange, bis ich eines Abends nach dem Training zusammenbrach. Die Ursache war schnell geklärt: zu wenig gegessen, zu wenig getrunken. Sonst schöpfte niemand einen Verdacht und nach einem Ruhetag ging alles weiter wie bisher.
Lange kam ich leider nicht mit meiner Taktik durch, denn der Trainer erwischte mich bald darauf in der Kabine des Sportheims wie ich die Tabletten als Aufputschmittel missbrauchte. Er erteilte mir sofort unbefristetes Trainingsverbot. Daraufhin war ich unbeschreiblich wütend und drehte zum Leid meiner Eltern durch.

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