gameover
Winter 2006 / 2007
Kaum zu Hause angekommen, infizierte mich meine Freundin mit einem Magen-Darm Infekt. Über die Weihnachtsfeiertage ging’s mir noch mal so richtig beschissen.
Nach einigen Wochen absolutem Sportverbot, das ich qualvoll durchgestanden hatte, nahm ich das Training wieder auf. Das anfängliche Zögern und vorsichtige Herantasten verflog schnell und ich fing wieder an es wie üblich zu übertreiben. Die angefutterten Kilos lösten sich ziemlich schnell auf.
Doch es verlief insgesamt ganz in Ordnung und ich wurde schließlich noch Vize bei den Militärmeisterschaften. Ich war kurz davor die Saison mit einigen Erfolgen zu beenden. Es stand lediglich noch ein kleinerer und eher unbedeutender Wettkampf aus.
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Frühjahr 2007
Ich fing mir über Ostern eine Grippe ein, ignorierte das Fieber, die Kopf- und Gliederschmerzen sowie Husten und Schüttelfrost. Die Appetitlosigkeit und Übelkeit war ich gewohnt. Ich fühlte mich krank und doch stellte dies kein Hindernis dar. Mich hielt nichts zu Hause fest. Doch ich sollte mich getäuscht haben, denn schließlich fand ich mich im Krankenhaus mit einer Herzmuskelentzündung wieder.
Die Grippe wurde auskuriert und ich bekam einen Pulsmesser verpasst, damit ich sorgsam weitertrainieren konnte. Denn das musste ich auch, da mein Körper bereits Entzugserscheinungen gezeigt hatte. Trotz strenger und eingehender Kontrollen spielte das Herz nicht mit.
Nach dem erneuten Zusammenbruch und der längeren Überwachung im Krankenhaus war ich runter mit den Nerven. Denn dies bedeutete definitiv das Aus. Die Bundeswehr musterte mich aus. Es war vorbei. Mein Traum war zerplatzt und ich drohte daran zu zerbrechen, dass ich dies tatsächlich tun würde, war mir in diesem Moment noch nicht bewusst.
Ich hatte so hart gekämpft und alles gegeben was ich an Energiereserven in mir trug. Es hatte wohl nicht sein sollen. Doch so schnell und schon gar nicht leicht, konnte ich das akzeptieren. Es dauerte eine ganze Weile, bis mir das Ausmaß klar wurde, was mir nun bevorstand: ein Sportverbot. Ich hatte keine Ahnung wie ich damit zu Recht kommen sollte. Es war derzeit noch unvorstellbar für mich meinen Leistungssport aufzugeben und nach einer ernsthaften Alternative in meinem Leben zu suchen. Alles schien mich nieder zu drücken, ich hatte fortan schlechte Laune. So wie meine Stimmung gesunken war, so tief versank ich auch zunehmend in meinem stillen Leiden. Mein Gewicht ging ebenfalls auf knapp 60 kg herunter.

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