Einsichten
An diesen Tiefpunkt gelangen viele, meistens auf einem ganz ähnlichen Weg wie ich. Plötzlicher Zusammenbruch im Fitnessstudio, auf dem Rad, während der Uni oder in der Schulzeit. Der Körper ist zu großer Leistung fähig, kann vieles verkraften, doch manches verzeiht er nicht und so hat auch dieser Kampf mit und gegen uns selbst irgendwann ein jehes Ende. Ein bitteres dazu. Der permanente Druck verschwindet, doch die Angst kommt und die Zwänge bleiben bestehen. Es ist die Erkenntnis, dass man verloren hat, in einem Wettkampf in dem es keine Sieger gibt, die einen zu Boden wirft. Wie heißt es:
„Die Kunst ist es, ein mal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“
Richtig. Doch wir können nicht aufstehen, sind zu müde, schwach und entkräftet. Alleine schaffen wir es nicht.
Lasst es nicht so weit kommen, nehmt euch nicht selbst, was euch geschenkt wurde. Das Leben ist zu kurz um es sich derart zu versauen. Selbst wenn diese krankhafte Sucht noch nicht so drastisch ausgeartet ist, heißt es nicht, dass sie nicht schlimm oder gar, nicht der Behandlung nötig ist.
Es ist wichtig, seine Grenzen zu kennen. Gebt auf, solange ihr noch könnt. Ich weiß, es geht nicht. Es ist unmöglich zu verstehen zu geben, was eigentlich längst offensichtlich ist. Für andere und sich selbst. Das man Hilfe benötigt, dringend und in einem Ausmaß, dass man bisher noch nicht kannte. Ich hätte es nie zulassen können. Niemals hätte ich darüber sprechen können. Jedes Kilo das ich verlor, schien meine Lippen fester zu versiegeln. Ich empfand es furchtbar erniedrigend, vorallem als mir klar wurde, dass ich alleine nicht mehr aus der Sache raus komme. So wie mich der Mut verlies, schwand auch die Zuversicht, daran etwas ändern zu können. Ich war der Meinung, zu sagen, dass es mir schlecht ginge, wäre ein Zeugnis dafür, dass es nicht schlimm genug wäre. Wem es schlecht geht, der spricht nicht, der leidet. Wer totkrank ist, der stirbt tatsächlich. Alles andere, ist erträglich. Doch es wurde unerträglich und so litt ich nicht nur unglaublich, sondern war dem Sterben näher, als irgendetwas anderem.
Alle die wissen, wovon ich spreche, ich wünsche euch, dass ihr früher die Kurve bekommt.

Es ist gut, dass du über etwas sprichst, was andere sich nicht mal selbst eingestehen können. Ich wünschte mein Freund hätte den Mut dazu. – Wünsche dir alles liebe für die Zukunft. Grüße, Eva